Allulose kaufen in Deutschland: Was heute geht – und was (noch) nicht
In keinem EU-Land ist die Kaufabsicht so stark wie in Deutschland – hier ist der ehrliche Stand zu Rechtslage, Preisen und Bezugsquellen.
EU: noch nicht zugelassenNirgendwo in der EU ist die Kaufabsicht so ausgeprägt wie hier: Rund 3.700-mal pro Monat suchen Menschen in Deutschland nach Allulose, weitere 1.300-mal nach „Allulose kaufen“. Der Grund liegt auf der Hand: D-Allulose (auch D-Psicose genannt) ist ein sogenannter seltener Zucker, der von Natur aus in Feigen, Rosinen, Jackfrucht und Ahornsirup vorkommt. Sie süßt etwa 70 % so stark wie Haushaltszucker, liefert aber nur rund 0,2–0,4 kcal/g, karamellisiert beim Backen wie echter Zucker und hatte in veröffentlichten Humanstudien nur minimalen Einfluss auf den Blutzucker. In den USA, Japan und Südkorea ist sie längst im Handel – im deutschen Supermarktregal sucht man sie dagegen bislang vergeblich. Warum das so ist und was Sie heute wissen sollten, lesen Sie hier.
In der EU gilt D-Allulose als „neuartiges Lebensmittel“ (Novel Food) im Sinne der Verordnung (EU) 2015/2283. Sie steht bislang nicht auf der Unionsliste der zugelassenen neuartigen Lebensmittel – und darf deshalb in Deutschland noch nicht regulär als Lebensmittel in Verkehr gebracht werden. „Verboten“, wie man oft liest, ist sie damit nicht: Der korrekte Begriff lautet „noch nicht zugelassen“. Aktuell laufen vier Zulassungsanträge (CJ-Tereos, Petiva Europe, Samyang, Tate & Lyle). Die EFSA erklärte in ihrer Stellungnahme vom 29. April 2025 zum Petiva-Dossier, sie könne die Sicherheit nicht abschließend bewerten, weil angeforderte Daten fehlten – als unsicher stufte sie Allulose ausdrücklich nicht ein. Die übrigen Verfahren laufen weiter.
Wer heute Allulose kaufen möchte, findet in Deutschland ausschließlich Import- und Graumarkt-Angebote: einen Spezialversender (aktuell 19,90 € pro Kilogramm), dazu Marktplatz-Listings auf Amazon.de, iHerb, Etsy und eBay. Möglich sind diese Angebote, weil Allulose in den USA, Japan, Südkorea und Mexiko zugelassen ist – ein Beleg dafür, dass der Verkauf als Lebensmittel in der EU zulässig wäre, sind sie ausdrücklich nicht. Preislich sollten Sie mit deutlichen Aufschlägen rechnen:
| Bezugsquelle | Preis (ca.) |
|---|---|
| Deutscher Spezialversender | 19,90 €/kg |
| iHerb (340-g-Dose, Import) | ≈ 38,94 €/kg |
| B2B-Großgebinde (25 kg, netto)* | 8,20 €/kg |
* Solange die EU-Zulassung aussteht, nur für Muster und Produktentwicklung – und zugleich ein Hinweis darauf, wie deutlich die Endkundenpreise nach einer Zulassung fallen dürften.
Gibt es Allulose bei dm?
Nein. dm führt keine Allulose – weder in den Filialen noch im Onlineshop. Rund 600 Menschen suchen jeden Monat nach „Allulose dm“, doch solange die EU-Novel-Food-Zulassung aussteht, darf keine deutsche Drogerie- oder Supermarktkette Allulose als Lebensmittel anbieten. Im Süßungsmittel-Regal finden Sie stattdessen Erythrit und Xylit – die schmecken allerdings anders und erzeugen einen Kühleffekt auf der Zunge, den Allulose nicht hat. Sobald die Zulassung erteilt ist, dürften Drogerien zu den ersten Anbietern gehören.
Gibt es Allulose bei Rossmann?
Nein. Auch bei Rossmann werden Sie derzeit nicht fündig – aus demselben Grund wie bei dm: D-Allulose ist in der EU noch nicht als neuartiges Lebensmittel zugelassen und darf deshalb im deutschen Einzelhandel nicht regulär verkauft werden. Dass Rossmann sie nicht listet, ist also keine Sortimentsentscheidung, sondern eine rechtliche Frage. Wir beobachten die laufenden Zulassungsverfahren und informieren Sie, sobald sich daran etwas ändert.
Welche Nebenwirkungen hat Allulose?
Die am häufigsten beschriebene Nebenwirkung betrifft die Verdauung: Größere Einzelmengen können Blähungen oder eine abführende Wirkung auslösen. Als Richtwert wird in der Fachliteratur eine Toleranz von etwa 0,4 g pro Kilogramm Körpergewicht und Portion genannt – bei 70 kg also rund 28 g auf einmal. Wer Allulose zum ersten Mal verwendet, startet am besten mit kleinen Mengen. Ein Kühleffekt auf der Zunge, wie ihn Erythrit erzeugt, tritt bei Allulose übrigens nicht auf.
Ist Allulose gefährlich?
Nach heutigem Kenntnisstand gibt es dafür keine Belege. Wichtig zur Einordnung: Die EFSA hat Allulose nicht als unsicher eingestuft – im Petiva-Verfahren konnte sie die Sicherheit lediglich nicht abschließend bewerten, weil der Antragsteller angeforderte Zusatzdaten nicht nachreichte. In den USA ist Allulose als GRAS eingestuft („generally recognized as safe“), auch Japan, Südkorea, Mexiko und Kolumbien erlauben sie. Die ausstehende EU-Zulassung ist ein Verfahrensstand, keine Warnung. Wie bei allen Zuckeralternativen gilt: Sehr große Einzeldosen können den Magen-Darm-Trakt belasten.
Was kostet Allulose in Deutschland?
Da es bislang nur Import- und Graumarkt-Angebote gibt, sind die Preise hoch: Ein deutscher Spezialversender verlangt aktuell 19,90 € pro Kilogramm, bei iHerb zahlen Sie umgerechnet knapp 39 € pro Kilogramm (340-g-Dose). Zum Vergleich: Im Großhandel kostet D-Allulose rund 8,20 € netto pro Kilogramm im 25-kg-Gebinde – derzeit allerdings nur für Muster und Produktentwicklung. Nach einer EU-Zulassung ist deshalb mit deutlich sinkenden Endkundenpreisen zu rechnen.
Wann wird Allulose in Deutschland zugelassen?
Ein verbindliches Datum gibt es nicht. Vier Anträge liegen der EU-Kommission vor, die Verfahren laufen. Vorreiter in Europa dürfte Großbritannien werden: Dort befindet sich der FSA-Antrag RP-1130 (Savanna Ingredients) bereits in der Risikobewertung (Stand: 1. Juli 2026) – unter anderem für Tafelsüßen, Süßwaren, Getränke und feine Backwaren. Sobald sich der Status für Deutschland ändert, erfahren Sie es über unseren kostenlosen Launch-Alarm.